Sei wie du bist – perfekt unperfekt

Perfektion

Du wirst es kennen und vielleicht sogar das ein oder andere Mal danach gestrebt haben, als du voller Tatendrang vor deiner Aufgabe standest und mit dem Ergebnis alle vom Hocker hauen wolltest: Perfektion. Ich habe bereits im vorletzten Blogpost zum Thema „3 Fragen für einen entspannten Monat Mai“ über Perfektionismus gesprochen und möchte dieses Thema erneut in Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung aufgreifen und erklären, warum für mich Perfektionismus nichts in unserem Leben zu suchen haben sollte.

Du musst nicht perfekt sein

Zu erst einmal: Wer hat überhaupt erfunden, dass wir nach etwas streben sollen, dass unerreichbar ist? Und warum wird immer noch vermittelt, dass wir der gesellschaftlichen Ansicht von „Perfektion“ gerecht werden müssen? Perfektion finden wir heuzutage vor allem in der Mode und Beauty Branche wieder – die Branchen, die nicht nur Frauen ausgezeichnet manipulieren, sondern auch Männer immens unter Druck setzen können. Schöner, schlanker, besser lautet die Devise. Es ist wahrlich wie ein Kampf, wenn man die Branchen für sich betrachtet. Ein größerer Kampf findet allerdings außerhalb dieser Sphäre, in den Köpfen der Konsumenten statt. Du siehst die Bilder überall in den Zeitschriften, in der Fernsehwerbung und auf deinem Handy, wenn ein Pop-up Fenster aufploppt und dir Mal wieder die Sicht auf deinen Bildschirm versperrt. Überall wird dir gezeigt, wie „Perfektion“ aussieht, ob in der Modewerbung von H&M oder im neuen Prospekt des Zahnarztes für tolle Behandlungen für schöne, weiße Zähne. Mädchen und Jungs lernen wie sie auszusehen haben und sehen sich täglich damit konfrontiert, wie das Ideal des eigenen Geschlechts zu sein hat.

Perfektion findest du allerdings auch ganz leicht in den alltäglichen Situationen wieder. Vielleicht in deiner Ernährung, vielleicht in deinem Job, vielleicht auch im Gespräch mit deinen Freunden. Jeder möchte unbedingt perfekter und besser sein und auch du kannst dir ruhig eingestehen, dass du deiner Trainings-App nicht das Eis gebeichtet hast, dass du nicht hättest laut deinem ausgefeilten Diät-Plan essen sollen. Oder das du deiner lieben Freundin Monika nicht erzählt hast, dass du dir letztens gar nicht diese sündhaft teure Sonnenbrille gegönnt hast, weil du gar nicht auf diesen oberflächlichen Kram stehst. Es ist wirklich alles halb so wild, denn Perfektion (oder das „nur so tun als ob“) sollte dich nicht in deinem Leben einschränken oder deine Lebensqualität vermindern. Ganz im Gegenteil.

Perfektion als Begleiter

Perfektion und das „perfekt sein“ sollte etwas sein, dass dich motiviert stets das Beste rauszuholen, aber nie dazu führen, dass du frustriert aufgibst und dir einredest, du hättest versagt oder wärst es nicht wert.  Ohnehin ist es ein Zustand, der unerreichbar ist, ob im Job, in der Schule oder irgendwo anders. Jeder betrachtet Perfektion ohnehin völlig verschieden, auch wenn wir durch Werbung in eine gleiche Richtung konditioniert werden, aber dass sollte dich nicht davon abhalten mit deiner eigenen Sicht von Perfektion zufrieden zu sein. Und wenn es du mal nicht deine persönliche Bestleistung erreicht, was ist dann schon dabei?

Ich finde, Perfektion ist sowieso vollkommen überbewertet und sollte vor allem aus den Köpfen junger Teenager verschwinden. Noch wichtiger ist aber, dass die Gesellschaft endlich damit aufhört den Menschen vorzuschreiben, was „perfekt sein“ überhaupt ist oder wie es auszusehen hat. Einen perfekten Menschen gibt es ja bekanntlich nicht, es gibt höchstens Menschen die es wahnsinnig gut beherrschen dich denken zu lassen, dass sie perfekt sind!

Wie Perfektionismus die Persönlichkeit einschränkt

Gefährlich wird Perfektionismus, wenn es beginnt dein Leben zu bestimmen. Du kannst mit einer Sache nicht abschließen, weil deine Präsentation deiner Meinung nach noch immer nicht perfekt ist. Du musst jedes Mal, sobald du auch nur den großen Zeh durch die Haustüre hinausbewegst, perfekt aussehen und einem Modelkatalog entsprungen sein. Du greifst zu umstrittenen Mitteln um deine Bestleistung erzielen, ganz gleich wo. Ich verstehe dich, weil wir alle versuchen in der ein oder anderen Hinsicht perfekt zu sein, aber ist es notwendig? Musst du wirklich jeden Tag diese Maske der Perfektion aufziehen, damit andere am Glanz deiner Arroganz erblinden?

Glaube mir, dass ist es nicht wert und dieser Perfektionismus Wahn hat auch einfach nichts in deinem Leben zu suchen. Während du nämlich zum tausendsten Mal deine Präsentation löschst und neu beginnst, hat ein Anderer bereits seinen Schulabschluss gemacht oder seine Bachlorarbeit abgegeben. Ein weiterer hat, während du mühselig jeden Tag dein perfektes Make-Up auflegst, bereits ganz Australien erkundet und ist mit Delfinen geschwommen. So viel Zeit verschwendest du damit so zu sein, wie andere oder wie die Gesellschaft dich gerne hätte. Aber ist das fair? Ist es fair, dass du deine kostbare Lebenszeit damit verschwendest, perfekt zu sein? Für mich steht hier ein klares „Nein“. Denn es führt nicht nur dazu, dass du einen erheblichen Teil deiner Lebenszeit verschwendest, sondern führt ebenso dazu, dass du dich verstellst. Du möchtest jemand sein, der du nicht bist und du möchtest keine Möglichkeit bieten, dich zu kritisieren. Natürlich ist es eine Form des Selbstschutzes, als würdest du Kriegsbemalung auflegen, aber du befindest dich nur im Krieg mit dir selbst.

Wie siehst du das? Ist Perfektion in jeder Lebenslage erstrebenswert oder kommst du gut damit klar, dass es diese gar nicht gibt?

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schriftzug

21 Gedanken zu “Sei wie du bist – perfekt unperfekt

  1. Ic muss ebenfalls sagen das Perfektion der erste Schritt zum Versagen ist (natürlich nicht immer). Auch ich habe mich da schon ausgelassen über dieses Thema. Perfektion ist ein Schwert welches man nur in den seltensten fällen ziehen sollte.

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  2. Sehr, sehr schöner Post!
    Vor kurzem habe ich einen ähnlichen Post über das Thema geschrieben, muss ihn nur noch veröffentlichen. In der heutigen Zeit steht Selbstoptimierung & Perfektion leider immer mehr im Mittelpunkt unseres Handelns…grad in der Beautybranche. Daher schön das du das Thema aufgegriffen hast!
    Liebe Grüße,
    Julia von http://www.rawrpunzel.com

    Gefällt 1 Person

  3. Deine Einstellung zu Perfektionismus und der rationalen Sichtweise, dass diese Bestrebungen nicht zum persönlichen Glück, sondern vielmehr zum Scheitern führen und vor allem dermaßen grundlos sind kann ich voll und ganz teilen. Dennoch freut es mich immer wieder daran erinnert zu werden, wie unsinnig dieses doch sehr tief verankerte Perfektionsbestreben in mir ist und demnach meine aktuelle Haltung zu reflektieren. Denn wissen ist das eine, umsetzen das andere. Lieber Gruß Freigeist

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  4. Du hast mir von der Seele geredet! Ich habe dieses Wort schon immer „gehasst“. Ich wollte nie so sein und mochte auch Menschen nicht, die diesen Anspruch an sich selbst und an ihre Leistungen stellten. Ich bin froh, dass jeder einmal sein persönliches Limit kennenlernt und merkt, dass es einfach nur menschlich ist, nicht roboterhaft zu funktionieren. Wir alle machen mal Fehler und sind nicht vollkommen und das macht uns auch so einzigartig. Danke, dass du dieses Thema angesprochen hast. Du hast sehr Recht gehabt in vielen Punkten!
    Liebe Grüße, Theresa
    http://www.theresarchcom

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  5. Hi, ein super Artikel.
    Ein jeder Mensch hat das eine oder andere Thema. So nach dem Motto: „Werfe der den ersten Stein, der glaubt ohne Fehler zu sein“
    Es ist halt oft einfacher den Finger auf den anderen zu richten.
    Danke für diesen motivierenden Artikel.
    Liebe Grüße,
    Christian

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