Mein duales Studium – Teil 2

Mein duales Studium Teil 2

Vor kurzem hatte mich die Frage erreicht, wieso ich denn dual studiere und welcher Grund dahinter steckt, der mich zu meiner Art des Studierens geführt hat. Immerhin hört man viel davon, wie anstrengend es ist Arbeit und Studium zu vereinbaren und nicht jeder bekommt die Kurve, beides optimal zu Händeln. Außerdem ist das „duale studieren“ nichts, dass man einfach macht, weil man sonst keine Ahnung hat, was man mit seiner Zukunft nach dem Abitur anfangen soll, sondern eine langfristige Entscheidung, die nicht so leicht „rückgängig“ zu machen ist.

In meinem ersten Teil zum Thema „duales Studium“ habe ich dich bereits in die Thematik eingeführt und dir erzählt, wie mein Weg in Richtung Studium begonnen hat. Nun möchte ich dir erzählen, was für mich die Gründe und Vorteile eines dualen Studiums ist und wie genau die Praxispartner-Suche für mich ausgesehen hat.

Meine Gründe für ein duales Studium

Sicherer Studienplatz

Im vorherigen Teil habe ich bereits über einen damalig sehr wichtigen Punkt für das duale Studium gesprochen: der sichere Studienplatz schon vor der Abiturprüfung. Wer träumt denn nicht davon, dass er sich noch vor den eigentlichen großen Abiturprüfungen keine Sorgen mehr machen muss, ob hinter dem Komma diese eine entscheidende Zahl steht, die über deine Zukunft entscheiden kann? Ich hatte mir vor meinem Studienplatz furchtbare Sorgen gemacht, ob ich die richtige Kommazahl für mein Studium jemals erreichen würde und machte mir mehr Angst, als überhaupt nötig.

Allerdings ging es mir damit nicht alleine so, denn bereits vor der elften Klasse wurde schon über die notwendigen Notendurchschnitte geredet und welche Studiengänge damit möglich sind. Der Druck wurde dann mit dem Beginn der elften Klasse unermesslich und so gut wie jeder wollte das beste aus den Prüfungen raus holen. Die Enttäuschung war anschließend umso größer, wenn alle Mühe völlig umsonst war und man sich mit jeder Prüfung weiter und weiter von seinem Traumstudium entfernte. Das ist nicht nur demotivierend, sondern kann in den meisten Fällen über deine Zukunft entscheiden noch bevor du überhaupt einen Gedanken an die Zeit nach dem Abitur verschwendet hast.

Praktische Erfahrung

Des Weiteren spielte für mich zur Entscheidung für ein duales Studium auch die nicht zu unterschätzende Praxiserfahrung eine wesentliche Rolle. Ich lerne wesentlich besser, schneller und langfristiger, wenn ich die Dinge nicht nur „theoretisch“ erlerne, sondern einen Praxisbezug dazu habe. Zwar gibt es genug im Studium, dass theoretisch bleibt, weil es in der Praxis keine Verwendung findet und nur netter Stoff für die Prüfung sein soll, aber dafür gibt es doppelt so viel, dass du problemlos mit der Praxis verknüpfen kannst. Außerdem hast du zusätzlich dazu nach deinem Studium bereits über 3 Jahre Joberfahrung vorzuweisen, was dich im Gegensatz zu anderen Studenten gleich einige Bewerbungsgespräche nach vorne wirft. Trotzdem sei gesagt, dass das alleine nicht reicht um auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu haben, sondern auch deine Noten eine entsprechend große Rolle spielen.

Kleine Lehrveranstaltungen

Zu guter Letzt war für mich auch ein großer Pluspunkt, dass die Studiengänge meist nicht über 40 Personen beinhalten würden und so gesehen keine Lehrveranstaltungen in überfüllten Hörsäle stattfanden, in welche man sich noch gerade so reindrängen musste, obwohl eigentlich kein Platz mehr war. Als Student geht man an Universitäten und Hochschulen auch so schon unter, weshalb es für mich recht beängstigend war, dass man vor allem an Universitäten überhaupt kaum eine Chance hat wirklichen Nutzen aus der Lehrveranstaltung zu ziehen und bei Fragen auf die Dozenten zuzugehen.  Wie soll das auch möglich sein, wenn der Dozent über 300 Studenten betreut und Vorlesungen in Hörsäälen hält, in welchen die letzte Reihe kaum ein Wort mehr versteht? Dementsprechend kann ich den Dozenten nicht verübeln, wenn die Studenten wirklich nur Nummer ohne Namen oder Gesichter sind und es ihnen deshalb relativ gleichgültig ist, ob sie durch das Fach fallen oder nicht. Für mich wäre das jedoch nichts.

Ich möchte allerdings beim besten Willen nicht behaupten, dass du als dualer Student anders behandelt wirst, weil du an einer Hochschule studierst und dass du deshalb auf mysteriöse Weise jede Prüfung bestehen wirst, denn du wirst genauso viel ackern müssen, um dein Studium erfolgreich abzuschließen – aber du wirst Hilfe bekommen, wenn du sie benötigst und wenn du bei den jeweiligen Dozenten danach fragst.

Wie finde ich einen Praxispartner?

Wenn das duale Studium nicht von einem Unternehmen inniziert wird und du dich über eine Hochschule für das duale Studium bewirbst, muss wahrscheinlich noch nach einem Praxispartner gesucht werden. Dieser Praxispartner variiert von Studiengang zu Studiengang, ist jedoch meistens ein Unternehmen, dass in den meisten Fällen die Kosten für dein Studium trägt und bei welchem du den praktischen Teil deines Studiums absolvieren kannst. In meinem Fall haben die Studienberater sich, nach meinem Bestehen des Zulassungstestes, darum bemüht mir bei der Praxispartner-Suche unter die Arme zu greifen, da diese den Wichtigen Teil deines Studiums bilden und nicht so leicht zu finden sind. Meistens haben die jeweiligen Hochschulen und Studienberater bereits Unternehmen parat, die bereits mit der Hochschule zusammenarbeiten und bei welchen du dich bewerben kannst. In den meisten Fällen sind eben diese Unternehmen allerdings nicht die, die du dir selber aussuchen würdest, weshalb du auch selbstständig auf Unternehmenssuche gehen kannst. In meinem Fall ist nämlich genau das eingetreten, weshalb ich mich selber auf die Suche gemacht habe.

Die Suche an sich ist der langwierigste und schwierigste Teil vor dem eigentlichen Studium, denn viele Unternehmen haben keine Kapazitäten, um einen dualen Studenten mehrere Jahre unter ihrem Dach unter zu bringen und meistens ist auch die Konkurrenz sehr groß. Auch wenn deine Abiturnote sehr gut ist, wird es dich in den meisten Fällen nicht weiterbringen als es eine aussagekräftige Bewerbung kann und die ist wirklich nicht zu unterschätzen. Ich habe etwa 30 Bewerbungen an die unterschiedlichsten Unternehmen geschickt – Start-ups, große sowie mittelständische und kleine Unternehmen – als Praktikant und als Werkstudent. Die ersten Absagen trudelten nicht lange nach dem Abschicken der Bewerbungen ein, aber auch die erste Zusage ließ nicht lange auf sich warten.

Auch wenn es anfangs aussichtslos scheint und die glaubst, dass du dein Studium nicht antreten wirst, weil du nur Absagen bekommst: Lass dich davon nicht demotivieren, denn so eine langjährige Verpflichtung mit einem Studenten kann für Unternehmen sehr abschreckend sein. Mein Tipp: Probiere es unbedingt auch bei großen Unternehmen, denn manchmal ist die Konkurrenz gar nicht mal so groß, wie du selber glaubst!

Schließlich habe ich den absolut richtigen Praxispartner für mein Studium gefunden und bin wirklich froh, dass trotz langer und intensiver Suche das Studium schließlich geklappt hat. Das erste Semester ist nun seit Ende März endlich vorbei und blicke voller Motivation und Tatendrang bereits in das zweite Semester, welches ich hoffentlich genauso problemlos überstehen werde!

Studierst du dual oder hast dein duales Studium bereits erfolgreich absolviert und möchtest deine Erfahrungen mit mir teilen? Hast du Fragen oder Anregungen, zu welchem Thema ich näher eingehen soll? – Keine Scheu, ich beantworte dir gerne alle dein Fragen!

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8 Gedanken zu “Mein duales Studium – Teil 2

  1. Ich mache das auch so. Studieren und arbeiten nebenbei empfinde ich streckenweise als sehr belastend. Vor allem, weil sich das schnell mal umdrehen kann und man plötzlich mehr arbeited und eher nebenher studiert. Da muss der Arbeitgeber wirklich passen. Interessanter Artikel. Ich habe ihn zwar nicht gesucht, aber trotzdem gefunden 🙂 Fein.

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